Sind Foto-Tresor-Apps sicher?
„Tresor“ klingt beruhigend, sagt aber nichts darüber, wie eine App deine Dateien tatsächlich speichert. Manche Tresor-Apps verschlüsseln alles mit einem Schlüssel, der aus deinem Geheimnis abgeleitet wird. Andere legen deine Fotos in einen normalen Ordner und stellen ein Tastenfeld davor. Den Code kannst du nicht einsehen, aber aus dem, was eine App dir sagt und was sie anfragt, lernst du eine Menge.
Wende die Checkliste unten auf jeden Tresor an, den du in Betracht ziehst – auch auf unseren.
Die Checkliste
1. Erklärt die App ihre Verschlüsselung?
Verschlüsselung im Ruhezustand bedeutet, dass die Dateien in unlesbarer Form gespeichert werden und nur mit dem richtigen Schlüssel lesbar sind. Ein sicherer Tresor sagt dir in klarer Sprache, welchen Algorithmus er nutzt (zum Beispiel AES-256), wie der Schlüssel aus deiner PIN, deinem Passwort oder Muster abgeleitet wird und wo Schlüssel gespeichert werden.
Vage Formulierungen wie „Sicherheit auf Bankniveau“ ohne Details sind ein Warnsignal. Genauso jede Beschreibung, die nur vom Sperrbildschirm spricht. Wie solide Antworten aussehen, zeigt AES-256-Verschlüsselung erklärt.
2. Ist das Geheimnis von deinem Gerätecode getrennt?
Öffnet sich der Tresor mit Face ID und fällt auf deinen iPhone-Code zurück, kommt jeder hinein, der diesen Code kennt – dieselbe Schwäche wie beim eingebauten Album „Ausgeblendet“. Eine separate PIN, ein Passwort oder ein Muster ist eine echte zusätzliche Schicht.
3. Was steht in den Datenschutzangaben?
Scrolle auf der App-Store-Seite der App zu App-Datenschutz. Apple gruppiert die Angaben des Entwicklers in Daten, die zum Tracking verwendet werden, Daten, die mit dir verknüpft sind, und Daten, die nicht mit dir verknüpft sind. Bei einem Tresor wäre Keine Daten erfasst ideal oder eine kurze, nachvollziehbare Liste. Die Angaben sind Selbstauskünfte, aber eine lange Liste mit Kennungen, Nutzungsdaten und Standort sollte dich bei einer Datenschutz-App stutzig machen.
4. Braucht die App ein Konto?
Ein E-Mail-basiertes Konto ist nicht per se unsicher und ermöglicht oft ein Backup. Es bedeutet aber, dass das Unternehmen weiß, wer du bist und dass du einen Tresor nutzt, und es kommt ein Konto hinzu, das gehackt oder per Phishing abgegriffen werden kann. Brauchst du keine Cloud-Funktionen, vermeidet ein Tresor ohne Konto das.
5. Geht irgendetwas in die Cloud?
Finde heraus, ob deine Fotos jemals das Handy verlassen. Gibt es ein Cloud-Backup, prüfe, ob es Ende-zu-Ende-verschlüsselt ist (nur du hast den Schlüssel) oder lediglich auf den Servern des Unternehmens verschlüsselt. Einen einfachen praktischen Test beschreibt unser Ratgeber zu Tresoren ohne Konto: Nutze die App im Flugmodus und schau, was nicht mehr funktioniert.
6. Finanziert sie sich über Werbung?
Werbefinanzierte Apps binden meist Werbe-SDKs von Drittanbietern ein, die Daten auf Geräteebene erfassen und Netzwerkanfragen stellen, die du nicht kontrollierst. Das heißt nicht, dass deine Fotos abfließen, aber es erweitert den Kreis der Beteiligten. Die Datenschutzangaben spiegeln das meist beim Tracking wider.
7. Was passiert beim Deinstallieren?
Apps speichern ihre Dateien unter iOS in einem eigenen privaten Container. Löschst du eine App, löscht iOS diesen Container – und damit alle Tresorinhalte, die nur auf dem Gerät lagen. Das ist gut für die Privatsphäre und gefährlich für deine Daten. Exportiere vor dem Deinstallieren eines Tresors, was du behalten willst, und prüfe, ob die App eine Cloud-Kopie hat, die du ebenfalls löschen musst.
8. Wie funktioniert die Wiederherstellung?
Frag, was passiert, wenn du dein Geheimnis vergisst oder dein Handy verlierst. Mögliche Antworten:
- Wiederherstellung per E-Mail oder Konto: bequem, bedeutet aber, dass jemand anderes als du Zugriff gewähren kann.
- Ein Wiederherstellungsschlüssel oder Backup unter deiner Kontrolle: stark, wenn du ihn sorgfältig aufbewahrst.
- Keine Wiederherstellung: die privateste Option und die unnachgiebigste.
Keine davon passt für alle. Wichtig ist, dass die App dir das ehrlich sagt. Wie wir damit umgehen, steht in Tresor-Muster vergessen?.
9. Was macht sie mit den Originalen?
Die meisten Tresore kopieren ein Foto beim Import. Das Original bleibt in „Fotos“ und womöglich in iCloud, bis du es löschst, und liegt danach etwa 30 Tage in Zuletzt gelöscht. Eine gute App erinnert dich daran; eine nachlässige lässt dich glauben, das Foto sei verschoben worden. Unsere Anleitung Originale nach dem Import löschen erklärt das Aufräumen.
Warnsignale auf einen Blick
| Signal | Warum es wichtig ist |
|---|---|
| Keine Angabe, wie Dateien verschlüsselt werden | Womöglich nur ein Sperrbildschirm |
| Öffnet sich mit dem Gerätecode als Alternative | Jeder mit deinem Code kommt hinein |
| Lange Datenschutzangaben mit Tracking | Drittanbieter in einer Datenschutz-App beteiligt |
| Konto schon für die Grundnutzung nötig | Deine Identität ist mit deinem Tresor verknüpft |
| Cloud-Backup ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung | Das Unternehmen könnte auf Kopien zugreifen |
| Versprechen absoluter, unknackbarer Sicherheit | Kein ehrliches Sicherheitsprodukt verspricht das |
Wogegen kein Tresor schützen kann
Selbst ein gut gebauter Tresor hat Grenzen, und eine ehrliche App sagt das. Er kann nicht verhindern, dass dir jemand beim Eingeben des Geheimnisses zusieht, dass Malware auf einem gejailbreakten Handy läuft, dass jemand dein Handy bei offenem Tresor in die Hand bekommt oder deinen Bildschirm fotografiert. Und er erreicht keine Kopien, die anderswo existieren: in „Fotos“, in iCloud, in einem Chat oder auf dem Handy der Person, der du das Bild geschickt hast.
Wie Velcrypt die Checkliste beantwortet
Der Transparenz halber hier unsere eigene App im Check:
- Verschlüsselung: AES-256-GCM über Apple CryptoKit. Schlüssel entstehen aus deinem Muster per PBKDF2-HMAC-SHA512 mit mindestens 600.000 Iterationen, jeder Tresor hat einen eigenen zufälligen Hauptschlüssel, und darüber liegt der iOS-Datenschutz. Details auf unserer Sicherheitsseite und der Seite zur Verschlüsselung.
- Geheimnis: ein Muster auf einem 5×5-Raster, getrennt von deinem Gerätecode; bewusst kein Face ID.
- Konto und Cloud: keine. Keine Registrierung, keine Server, keine Uploads (offline, ohne Konto).
- Wiederherstellung: keine in der ersten Version. Tresorinhalte sind von iCloud- und Computer-Backups ausgeschlossen – verlierst du das Handy oder vergisst das Muster, lassen sie sich nicht wiederherstellen. Eine verschlüsselte Backup-Option ist geplant.
- Originale: Beim Import wird ein Objekt kopiert; das Original entfernst du selbst.
Kann ein Tresor, den du in Betracht ziehst, diese Punkte genauso klar beantworten, ist das ein gutes Zeichen. Einen breiteren Vergleich bietet Die besten Foto-Tresor-Apps fürs iPhone.
Häufige Fragen
Kann der Entwickler einer Foto-Tresor-App meine Fotos sehen?
Lädt die App deine Fotos ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf ihre Server, könnte der Entwickler technisch darauf zugreifen. Bewahrt die App Dateien nur auf deinem Gerät auf oder verschlüsselt sie mit einem Schlüssel, den nur du hast, kann er es nicht.
Werden Foto-Tresor-Apps gehackt?
Über die Jahre wurden Schwachstellen in Tresor-Apps gefunden, typischerweise dort, wo Dateien unverschlüsselt lagen oder nur durch einen PIN-Bildschirm geschützt waren. Eine App, die echte Verschlüsselung dokumentiert und möglichst wenig speichert, senkt dieses Risiko.
Was passiert mit meinen Fotos, wenn ich eine Tresor-App lösche?
Bei Tresoren nur auf dem Gerät werden die Tresordateien mit der App normalerweise gelöscht. Bei Tresoren mit Cloud-Backup bleiben deine Dateien eventuell in deinem Konto. Lies vor dem Deinstallieren die Dokumentation der App und exportiere vorher alles, was du behalten willst.
Ist eine Tresor-App sicherer als das Album „Ausgeblendet“ des iPhones?
Kann sein, wenn sie ein separates Geheimnis und echte Verschlüsselung nutzt, denn „Ausgeblendet“ öffnet sich mit deinem Gerätecode. Ein Tresor, der nur einen PIN-Bildschirm ergänzt oder Dateien unsicher hochlädt, ist womöglich keine Verbesserung.
Sollte eine Foto-Tresor-App vollen Zugriff auf die Mediathek verlangen?
Für den Import braucht sie ihn nicht; die Fotoauswahl des Systems kann nur die Objekte übergeben, die du wählst. Manche Tresore fragen weitergehenden Zugriff an, um Originale für dich zu löschen. Erlaube nur, was die Funktionen, die du nutzt, wirklich brauchen.